
Nachhaltigkeit in der Industrie: BMW Werk Landshut testet neue Wasser-Recyclinganlage Das BMW Group Werk Landshut setzt neue Maßstäbe beim industriellen Umweltschutz und intensiviert seine Beteiligung am Forschungsprojekt „BayWater“. Im Juli 2026 hat am niederbayerischen Standort eine hochmoderne Pilotanlage für die Aufbereitung von Produktionswasser den Testbetrieb aufgenommen. Nachdem das Werk bereits seit 2025 Laborproben für das Projekt geliefert hat, erfolgt nun der entscheidende Praxistest unter echten industriellen Bedingungen.
Das übergeordnete Ziel der Initiative ist die Etablierung geschlossener Wasserkreisläufe in der Produktion. Dadurch lassen sich der Frischwasserbedarf massiv senken und gleichzeitig der Energieaufwand für die interne Aufbereitung reduzieren.
Praxistest in der Komponentenfertigung
Die Testanlage wurde direkt in den Bereich der Gelenkwellenfertigung integriert. Das dort genutzte Prozesswasser wird im Rahmen einer mindestens viermonatigen Testphase kontinuierlich gereinigt und überwacht. Wissenschaftler und Ingenieure prüfen dabei genau, ob das recycelte Wasser den strengen Qualitätsvorgaben der Fertigung entspricht.
Borislav Stojcevic, verantwortlicher Produktionsleiter für die Gelenkwellenfertigung, betont den Stellenwert des Projekts. Die Anlage erlaube es erstmals, die im Labor erforschten Verfahren im realen Fabrikalltag zu validieren. Dies lieferte essenzielle Erkenntnisse für das langfristige Ziel einer ressourceneffizienten Produktion.
Vom Labor in den industriellen Maßstab
Zuvor wurden auf Basis von Landshuter Abwasserproben verschiedene Filter-, UV- und Sensortechnologien entwickelt. Die Pilotanlage führt diese Ansätze nun zusammen. Die gesammelten Daten dienen nicht nur der Optimierung der BMW-eigenen Prozesse, sondern sollen auch auf andere Industriezweige übertragen werden.

Laut Prof. Stephen Schrettl, dem wissenschaftlichen Leiter von BayWater, entscheidet sich im Werk Landshut, ob die Technologien auch bei schwankenden Produktionsbedingungen stabil, energieeffizient und qualitativ verlässlich arbeiten. Das Projekt verbindet modernen Ressourcenschutz direkt mit der Anpassung an den Klimawandel.
Übergreifende Kooperation für den Umweltschutz
Im Projekt BayWater bündeln Wirtschaft und Wissenschaft ihre Kräfte. Universitäten, Forschungsinstitute und Industrieunternehmen entwickeln gemeinsam zukunftsträchtige Lösungen für ein modernes Wassermanagement. Das Engagement in Landshut ist dabei Teil einer globalen Nachhaltigkeitsstrategie der BMW Group, die an all ihren weltweiten Produktionsstandorten den Wasserverbrauch systematisch minimiert.
Häufige Fragen zur neuen Pilotanlage (FAQ)
- Was genau wird am BMW-Standort Landshut erprobt? Eine neue Pilotanlage filtert und bereitet das in der Gelenkwellenfertigung anfallende Prozesswasser direkt vor Ort auf.
- Wie lange dauert die Testphase? Die Erprobung startete im Juli 2026 und ist auf eine Dauer von mindestens vier Monaten ausgelegt.
- Welcher Nutzen ergibt sich aus der Pilotanlage? Sie beweist unter realen Fabrikbedingungen, ob die Reinigungstechnologien im Alltag effizient und qualitativ stabil funktionieren.
- Welche Verfahren kommen zum Einsatz? Die Anlage nutzt eine Kombination aus innovativen Filtertechniken, UV-Bestrahlung und digitaler Sensorkontrolle.
- Welches Ziel verfolgt das Forschungsprojekt BayWater? Das Netzwerk strebt eine maximale Effizienzsteigerung bei industriellen Abwässern und den Aufbau vollständig geschlossener Kreisläufe an.
Fazit
Die neue Pilotanlage im BMW Group Werk Landshut markiert einen entscheidenden Meilenstein für die nachhaltige Industrie. Durch die Überführung der „BayWater“-Forschung aus dem Labor direkt in die Gelenkwellenfertigung wird theoretisches Wissen in die Praxis umgesetzt. Das Projekt liefert wertvolle Daten zur Etablierung geschlossener Wasserkreisläufe, wodurch sich der Frischwasserbedarf und der Energieverbrauch in der Produktion signifikant senken lassen. Langfristig dient dieser Praxistest als wegweisende Blaupause für eine ressourceneffiziente und klimaresistente industrielle Fertigung über die Automobilbranche hinaus.















